24. Juli 2018 Sudabeh Mortezais neuer Film Joy wird seine Weltpremiere im Rahmen der Giornate degli Autori bei den Filmfstestpielen in Venedig feiern.
Das Drama ist der zweite Spielfilm der Regisseurin, deren Spielfilmerstling Macondo 2014 im Wettbewerb der Berlinale Premiere feierte und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde, darunter dem Firebird Award für den besten Film beim Hong Kong Film Festival und dem Wiener Filmpreis im Rahmen der Viennale.
In der Produktion der Wiener FreibeuterFilm nähert sich Sudabeh Mortezai dem aktuellen Thema Frauenhandel mit ihrer schon aus Macondo bekannten Arbeitsweise zwischen Spiel- und Dokumentarfilm.
Joy erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus Nigeria, die im Teufelskreis von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung gefangen ist. Sie arbeitet in Wien als Prostituierte, um sich von ihrer Zuhälterin freizukaufen, ihre Familie in Nigeria zu unterstützen und ihrer kleinen Tochter eine Zukunft zu sichern. Die Freiheit scheint für Joy in greifbarer Nähe, als ihr ihre Zuhälterin die Kontrolle über Precious übergibt, ein junges Mädchen aus Nigeria, das sich nicht in sein Schicksal fügen will.
Der Film gibt Einblick in das Leben von Frauen, die Opfer von Menschenhandel wurden und nimmt dabei durchgängig die Perspektive der Frauen ein. Er zeigt die privaten Momente, den alltäglichen Kampf, die komplexen Machtbeziehungen, und auch die Stärke und Würde dieser Frauen, die auf Europas Strassenstrichen arbeiten. Dabei offenbart der Film ein System der Ausbeutung, in dem die Grenzen zwischen Ausbeuterin, Komplizin und Opfer fließend sind.